Meine Arbeiten entstehen nicht in einem einzigen Moment, sie wachsen. Schicht für Schicht und Gedanke für Gedanke entwickelt sich ein Bild, wobei jeder Schritt zur Tiefe beiträgt und Teil eines Prozesses ist, der zugleich intuitiv und bewusst geführt wird.
Jede Arbeit beginnt mit einer Annäherung. Meist entstehen zunächst drei Bleistiftskizzen, in denen ich Komposition, Form und Spannung auslote. Darauf folgt eine Farbskizze, die die emotionale Richtung vorgibt. Diese frühen Schritte sind frei, suchend und offen und bilden die Grundlage für alles, was danach entsteht.
Auf der Leinwand wird die Idee konkret. Die ersten Linien der Komposition zeichne ich mit Bleistift direkt auf die Leinwand, anschließend beginnt der malerische Aufbau in Acrylfarben. Schicht für Schicht verdichtet sich das Bild, Formen werden klarer, Kontraste intensiver und die Energie des Motivs beginnt sichtbar zu werden. In dieser Phase entsteht die eigentliche Substanz der Arbeit.
Wenn sich ein Werk seinem Abschluss nähert, beginnt eine besonders feine Phase. Ich setze gezielte Akzente mit Aquarellfarben und arbeite mit weißen Highlights, die mit Airbrushfarbe und einem Schlepperpinsel aufgetragen werden. Diese Details bringen Licht ins Bild, verstärken die Spannung und verleihen ihm eine besondere Lebendigkeit.
In manchen Arbeiten füge ich abschließend eine weitere Ebene hinzu. Mit einem Acrylstift entsteht ein zusätzliches Layer, das über das fertige Bild gelegt wird. Dieses erweitert die Geschichte des Werkes, setzt neue Zeichen oder verstärkt die Aussage, wie eine zweite Stimme, die im Bild mitschwingt.
Im Atelier entstehen kontinuierlich neue Skizzen, in Skizzenbüchern oder auf losen Blättern. Diese Arbeiten bleiben nicht immer zweidimensional, viele Ideen entwickeln sich weiter und finden später ihren Weg in dreidimensionale Formen. So endet der Prozess nie wirklich, er wandelt sich nur.